Für Marken
Q4 Kampagnen im Livestream richtig planen
Von Marcell Dechant · Chief Executive Officer
Q4 Kampagnen im Livestream werden meistens geplant wie Fernsehen: ein Budget, ein Zeitraum, ein Datum, an dem alles live sein soll. Streaming funktioniert so nicht. Es gibt kein festes Programmschema, in das du dich einkaufst. Das Inventar entsteht erst, während jemand tatsächlich sendet.
Der vollste Tag ist nicht der größte Tag
Wir haben alle Live-Sessions der letzten 90 Tage auf unserer Plattform ausgewertet. Die Zahl der Sessions pro Wochentag ist fast flach: zwischen 783 und 891, Freitag am stärksten. Die durchschnittliche Spitzenzuschauerzahl pro Session ist überhaupt nicht flach. Sonntag liegt bei 51,6, Freitag bei 37,0.
Der Tag mit den meisten Streams ist also der Tag mit den kleinsten Räumen. Wer seinen Q4 Push auf „das Wochenende beginnt freitags" legt, kauft den Tag mit der größten Konkurrenz um Aufmerksamkeit und den wenigsten Leuten im einzelnen Chat.
Budget ist eine Rate, kein Klumpen
Ein Livestream-Budget wird ausgegeben, während ausgeliefert wird. Und ausgeliefert wird nur, solange Streamer live sind. Dasselbe Budget in ein kürzeres Fenster zu drücken kauft keine zusätzliche Aufmerksamkeit. Es erhöht nur die Auslieferungsrate, bis der Kampagne die passenden Streams ausgehen.
Im vierten Quartal verschärft sich das, weil alle anderen ihre Fenster ebenfalls verkürzen. Eine Kampagne mit breitem Fenster und moderater Tagesrate erreicht mehr verschiedene Streams als eine gestauchte mit demselben Geld.
Plane die Kaufwochen, nicht die Schenkwoche
Advent ist eine lange Entscheidungsphase, kein einzelner Moment. Was ein Zuschauer Anfang Dezember sieht, ist meistens noch Recherche. In der Weihnachtswoche ist die Entscheidung längst gefallen, und der Stream läuft nebenher.
Wenn dein Produkt Überlegungszeit braucht, gewichte das Budget auf Ende November und die erste Dezemberhälfte. Lass die letzte Woche lieber mit kleiner Rate laufen als gar nicht.
Fenster buchen, dann in Ruhe lassen
Der häufigste Q4 Fehler, den wir sehen, ist das Nachjustieren mitten im Lauf. Jede Änderung an Targeting, Motiv oder Budget verändert die Grundlage, auf der die Pacing-Engine rechnet. Die Kampagne holt danach tagelang auf, statt gleichmäßig auszuliefern.
Entscheide die Zielgruppe vorher. Akzeptiere, dass ein Livestream-Publikum kleiner und aufmerksamer ist als ein Display-Publikum. Und lass das Fenster laufen. Ob es funktioniert hat, beantwortet ehrlich nur die Messung der Werbewirkung — nicht der Blick aufs Dashboard mitten in der Laufzeit.
Was ein Q4 Flight bei diesen Reichweiten kostet, steht in unserer Kostenübersicht für Twitch Werbung. Das aktuelle Inventar zeigt die Übersicht für Werbetreibende.